Erneuerung – Seit heute bist du ein neuer Mensch

Auf dem Bild ist eine Knospe zu sehen. Es gehört zum Blogartikel Erneuerung - Seit heute bist du ein Neuer Mensch.


Erneuerung – Seit heute bist du ein neuer Mensch

Erneuerung – ein Artikel über unsere permanenten Erneuerungsprozesse

Vor wenigen Wochen war Jahreswechsel. Manche Menschen begehen diesen Wechsel still (so still, wie es halt möglich ist), andere möchten den Umstand gebührend feiern, dass etwas Altes sich verabschieden und etwas Neuem Platz machen darf.


Ich hab‘s gerne ruhig.

Trotzdem erlebe ich die Zeit zwischen den Jahren als Zeit der Veränderung. Im Grunde beginnt es schon viel früher. Das Loslassen im Herbst gehört quasi schon zum Beginn des Neuen dazu. Es schafft den nötigen Platz, damit wir nicht (innerlich und auch in unserem Umfeld) aus allen Nähten platzen. Damit sich nichts eng anfühlt, mnacht es Sinn, sich von einigen Dingen rechtzeitig zu verabschieden und zu befreien.
Die Erneuerung ist mit dem Jahreswechsel natürlich nicht beendet. Sie dauert an. Ich brauche üblicherweise mindestens den Januar als Rückzugsmonat. Ich möchte Kräfte sammeln und Wurzeln bilden, um dem standhalten zu können, was im weiteren Jahr auf mich zukommt.

Wusstest du, dass das neue Jahr in unterschiedlichen Kulturen zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefeiert (oder eher zelebriert) wird?

Auch bei uns gab es in der Antike andere Daten für den Jahresbeginn. Erst um 45 v. Chr. wurden durch eine Kalenderreform des Julius Caesar Amtsjahr und Kalenderjahr zusammengelegt und als Startpunkt des sogenannten Julianischen Kalenders galt der erste Januar. Der Julianische Kalender ist der Vorläufer unseres heutigen Gregorianischen Kalenders. Vor diesen Umstellungen ging es mit dem neuen Jahr erst im Frühling los. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann schaue hier.

Wir Menschen sind untrennbar mit der Erde und ihren Rhythmen verbunden. Besonders wir Frauen spüren die Zyklen der Erde auch körperlich. Und somit auch die ewigen Erneuerungsprozesse. Unsere tiefe Verbindung mit der Erde fordert uns dazu auf, uns immerzu zu wandeln. Nicht nur zum Jahresbeginn sind wir angehalten, Transformationen zu durchlaufen. Im Grunde sind das Wandeln und die Erneuerung Prozesse, die permanent stattfinden.

Manche Forscher gehen so weit und behaupten, dass der Mensch, der morgens aufsteht, nicht mehr derselbe ist, wie der, der sich am Abend zuvor schlafen gelegt hat. Unsere Zellerneuerung läuft insbesondere nachts auf Hochtouren.
Seit 2012 wird das sogenannte „Glymphatische System“ beschrieben, welches nachts unser Gehirn und das Rückenmark, also die Organe des zentralen Nervensystems, von Schad- und Abfallstoffen reinigt. Glymphatisches System

Darum ist es von beträchtlichem Nutzen, sich um eine gute Schlafhygiene zu kümmern.

Aber nicht nur das. Es macht auf jeden Fall auch Sinn, sämtliche Formen von Erneuerungsprozessen gut zu unterstützen, anstatt gegen sie zu kämpfen. Das ist zum einen mit einer zuträglichen Ernährungsweise möglich. Jedoch auch unsere Haltung zu uns selbst und den Erneuerungsprozessen im Allgemeinen beeinflusst die permanent stattfindende Reinigung und Erneuerung. Und diese geschehen sowohl körperlich, als auch geistig. Wir dürfen uns entwickeln, Neues lernen, Altes abwerfen und unsere Menschwerdung mit entsprechender Selbstfürsorge begleiten.

Für einen echten Neustart sind die Morgenstunden besonders gut geeignet. Des Nachts verstärken sich gerne Befindlichkeiten, die gestern bei Tageslicht noch vergleichsweise harmlos wirkten.
Ein neuer Tag, begleitet von einer heilsamen Morgenroutine (sie muss übrigens keineswegs lange dauern!), lädt geradezu dazu ein, sich nicht nur für das Tagesgeschehen zu erfrischen, sondern auch einen mentalen Reset zu vollziehen. Frage dich nach dem Aufwachen einmal: Wie bin ich heute unterwegs? Wie geht es mir? Und spüre nach, was dein Körper dir mitteilt. Komme in sanfte Bewegung. Fange am besten schon im Bett damit an, indem du dich ausgiebig räkelst. Da geschehen die ersten Dehnungen und du spürst sofort den Unterschied. Probiere es aus.

Achte auch auf deine Stimmungen und Gedanken. Damit meine ich nicht, dass es zwingend positive Gedanken sein müssen, die da auftauchen. Beobachte einfach, was deinen Geist nach dem Wachwerden umtreibt. Glaube aber nicht alles, was deine Gedanken dir weismachen wollen. Lasse Stimmungen zu und sei ihre Beobachterin. Wenn die Gedanken allzu belastend sind, dann erinnere dich daran, dass du ihnen nicht folgen musst. Du darfst sie zur Kenntnis nehmen und weiterziehen lassen.
Wenn Gedanken im Zuge des Aufwachens wie ein Presslufthammer das Hirn weichklopfen wollen, spreche gerne den Satz: „Ich heile!“ einmal laut aus. Das sage ich mir selbst auch gerne mehrmals im Zuge des morgendlichen Erwachens. Damit gehe ich aktiv aus der Opferrolle heraus und spüre Handlungsfähigkeit. Gerade die Schlafphase vor dem Aufwachen ist häufig mit Träumen durchsetzt. Und intensives Träumen bedeutet vor allem Stresslösung. Es stimmt also, wenn du deinem Körper die Botschaft sendest: Ich heile! Damit beendest du ein Karussell bohrender Gedanken meist schnell.

Wir müssen aber nicht bis zum nächsten Morgen warten, um einen neuen Startpunkt festzulegen. Das erste Yoga-Sutra von Patanjali lautet (sinngemäß) „Yoga beginnt hier und jetzt!“. Es ist wirklich so einfach. Jetzt und hier beginnt Yoga. Jetzt und hier beginnt das Leben. Wenn ich in Verstrickungen der Vergangenheit feststecke, tut es gut, einen Schritt zurück zu machen und mir das erste Yoga Sutra zu vergegenwärtigen. Yoga beginnt jetzt. Hier! Das befördert mich sofort in den einzigen Zeitpunkt, den ich jemals für das Leben zur Verfügung habe. Ins Jetzt! In die Präsenz. Nur da kann ich Einfluss nehmen.

Wenn du kannst, dann lasse fortan das Jetzt der ewig neue Startpunkt sein.

Das funktioniert auch dann, und – wie ich finde – besonders dann, wenn wir älter werden. Die späten Lebensjahre laden dazu ein, uns im Hier und jetzt ganz zu verorten. Selbstverständlich dürfen wir weiterhin Pläne für die Zukunft machen. Die Kostbarkeit des gegenwärtigen Momentes wissen wir jedoch meist besser zu schätzen als vor zwanzig oder dreißig Jahren, als wir den Schwerpunkt unserer Aufmerksamkeit noch in unterschiedlichste Zukunftsvisionen gelegt haben.

Wir wissen, dass die körperlichen Erneuerungsprozesse heute langsamer vonstattengehen als zur Zeit unserer Kindheit und Jugend. Es ist jedoch unbestritten, dass sie weiterhin stattfinden. Wir sind und bleiben werdende, wachsende und wandelbare Geschöpfe. Machen wir doch einfach das Beste daraus.

Eines hat sich allerdings auch im Alter nicht geändert. Und wir können sicher sein, dass es sich auch nicht ändern wird: Nach wie vor ist unser Körper der sicherste und wichtigste Wegweiser. Eine stabile Körperverbindung, eine starke Selbstverbindung ist durch keine Fachzeitschrift, kein medizinisches Personal und keine Diät zu ersetzen. Höre nicht auf, dich täglich mit deinem Körper (wenn immer möglich liebevoll!) zu verbinden. Das geht am besten in ausreichend Me-Time, auf der Yogamatte und in regelmäßigen Meditationen.

Fang am besten heute noch damit an. Vielleicht genau jetzt. Und hier…

In diesem Sinne …

Alles Liebe …

Deine Daniela

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