
Muss man den Körper entgiften? – Warum Detox ohne Ende?
Muss man den Körper wirklich entgiften?
Oder ist der ganze Detox- Hype nur warme Luft?
Ich zäume jetzt mal den Gaul von hinten auf.
Kennst du das Parkinson – Syndrom? Es wird auch gern einfach Parkinson genannt. Typische Symptome des Parkinson – Syndroms sind Zittern, Steifheit der Muskeln, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Zusätzliche Symptome können das „Einfrieren“ von Bewegungen, Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen (z. B. Blutdruck und Verdauung), Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein. (Quelle)
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der idiopathischen, der genetischen oder der sekundären Form von Parkinson.
Parkinson als Berufskrankheit
Ich möchte in diesem Artikel kurz auf die sekundäre Form der Erkrankung eingehen. Seit 2024 ist die Krankheit Parkinson als Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt. Als Auslöser gelten hier vor allem Pestizide. Der Umgang mit chemischen Spritzmitteln, vor allem das Inhalieren dieser und die Aufnahme über die Haut, erzeugt ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken.
Bedeutet: Der Umgang mit den Pestiziden tut dem Landwirt nicht gut! Er macht ihn krank.
Stellt sich im nächsten Schritt die Frage: Was passiert mit den Spritzmitteln, die auf den Pflanzen landen? Wohin gelangen sie, nachdem sie auf den Feldern verteilt wurden? Sind die weg, wenn‘s einmal kräftig drauf geregnet hat? Sind die dann wirklich weg? Lösen die sich vielleicht in unschädliche Bestandteile auf?
Wohl eher nicht!
Den Rest darfst du dir selbst dazu denken.
Muss man den Körper entgiften? – Ein anderes Beispiel:
Ich stehe auf dem Wochenmarkt und möchte Gemüse einkaufen. Neben mir steht eine Frau und fragt den Verkäufer, ob er Kohlrabiblätter hat, die nicht mehr verkauft werden. Sie hätte gerne einige für ihre Kaninchen. Der Verkäufer greift unter den Verkaufstisch und gibt ihr eine Handvoll der gewünschten Blätter mit dem Hinweis, sie solle nicht zu viele davon an ihre Tiere verfüttern. Die Frau fragt, warum sie dies nicht tun solle. Darauf antwortet der Verkäufer, dass die Pflanzen schließlich gespritzt seien. Bingo! Ich habe mir den Kohlrabi an dem Tag verkniffen und mache mir seitdem so meine Gedanken.
Wie kurzsichtig war seinerzeit die Idee, Pflanzen mit Gift zu schützen, um Erträge zu erhöhen? Welchen Preis zahlen wir jetzt und in Zukunft dafür?
Natürlich sind es nicht nur die Gifte, die wir uns über die Nahrung zuführen, die unseren Körper belasten.
Muss man den Körper entgiften? – Der typische „Neu“- Geruch
Rieche einmal an einem neuen Kleidungsstück. Kennst du diesen typischen „Neu-Geruch“? Wie kommt der in die Bekleidung? Und sind die geruchsbildenden Stoffe unbedenklich? Sie riechen jedenfalls nicht angenehm. Natürlich wasche ich neue Kleider mindestens einmal, bevor ich sie trage. Stellt sich allerdings direkt die nächste Frage: Wo sind die geruchsbildenden Stoffe denn jetzt hin? Das Kleindungstück riecht jetzt nicht mehr neu, sondern nach dem benutzen Waschpulver. Ähm….
Die Frage, wohin die Gifte sich verteilen, wenn sie durch Regen von den Pflanzenblättern oder durch meine Waschmaschine aus den Textilien gespült werden, finde ich tatsächlich extrem unbequem.
Die nächste Baustelle: Plastic- Phantastic
Mittlerweile ist hinlänglich bekannt, dass wir alle eine gewisse Menge an Mikroplastik im Körper angereichert haben. Wie bei so vielem, finde ich grundsätzlich, dass Kunststoff eine sehr wertvolle Errungenschaft ist. Aber muss wirklich alles Mögliche dringend aus Plastik hergestellt werden?
Da macht es Sinn, den eigenen Plastikkonsum immer wieder zu überprüfen. Insgesamt braucht es meines Erachtens allerdings mehr politische Entscheidungen zugunsten unweltfreundlicher und bezahlbarer Alternativen.
Muss man den Körper entgiften? – Und sonst so?
Was gelangt sonst noch so an bedenklichen Stoffen in unseren Körper?
Ein weiteres (riesiges) Feld ist die Kosmetikindustrie. Nachdem ich jahrelang 2-3mal in der Woche nach dem Duschen meinen Körper mit einer einfachen, handelsüblichen Lotion eingecremt habe, hat dieser nun beschlossen, einen Ausschlag hervorzubringen. Jahrelang hat er das Zeug problemlos „geschluckt“. Jetzt prangen hartnäckig und auffällig rote und schuppige Flecken an Hals und Dekolleté.
Alarm!
Aber wo setze ich an? An der Haut? Also da, wo es auftritt? Oder ist es der Darm, der überfordert ist? Vielleicht die Leber, die die Entgiftung nicht mehr schafft? Oder wäre eine Blutreinigung ratsam?
Puh… gar nicht so einfach!
…am besten wohl ein Rundumschlag.
Als erstes habe ich Reste von Schampoo, Lotion, Hand-, und Gesichtscremes sowie Lippenpflege einmal genauer unter die Lupe genommen und die Zutatenlisten durchgeschaut. Oh Shit! Unmengen an (teils unaussprechlichen) Ingredienzen hübsch aufgelistet und zum Teil so klein gedruckt, dass sie für mich ohne Lupe nicht lesbar waren. Braucht mein Körper das alles überhaupt? Tut irgendwas davon meinem Körper gut?
Von meinen Entdeckungen völlig entgeistert habe ich mir im Internet wenige Tage später einen Block (fair gehandelte!) reine Sheabutter bestellt. Braucht keine Zutatenliste, ist nämlich genau eine einzige Zutat: Sheabutter.
Gleich am nächsten Morgen nach dem Duschen angewendet, fühlte ich mich höchst angenehm eingehüllt in einen erdigen, sanften Duft. Ein Geruch nimmt bekanntlich den direkten Weg ins limbische System und damit in die Emotionen. Ich lag auf meiner Yogamatte und spürte voller Dankbarkeit die Verbindung zu den Frauen, durch deren Hände dieses Produkt gegangen ist. Irgendwo in Ghana haben sie Sheanüsse von ihren Schalen befreit, getrocknet, gemahlen, gereinigt und schließlich so lange geknetet, bis die richtige Konsistenz erreicht war. Hier kannst du schauen, wie fair gehandelte Sheabutter hergestellt wird.
Es fühlte sich tatsächlich an, als ob mein Körper sich erinnert. Aber an was? Ich war in diesem Leben nie in Afrika. Trotzdem spürte ich eine Art „Wiedererkennen“. Etwas Vertrautes. Eine Art Erinnerung an Natur, an Früher, an Urzeiten. Ist es nicht so, dass der Kontinent Afrika als die Wiege der Menschheit bezeichnet wird? Kann ein menschlicher Körper sich über Jahrtausende an etwas zurückerinnern? Möglich! Erstaunt über die Intensität meiner Gefühlswallung entsorgte ich die herkömmlichen Kosmetikprodukte und benutze seitdem zur Körperpflege reine Sheabutter. Da dauert das Cremen allerdings ein bisschen länger. Macht nix!
Muss ich meinen Körper entgiften? – Was gelangt auf welchen Wegen in den Körper?
Wenn du dir einmal die Frage stellst, was alles auf welchen Wegen in unseren Körper gelangt, dann wirst du sehr schnell feststellen, dass es kaum zu vermeiden ist, täglich Giftstoffe aufzunehmen. Ob wir das wollen oder nicht.
Eines der wichtigsten Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, ist Wasser. Ohne Wasser geht nichts. Vor einigen Jahren (2023) wurden in Willich (dort wohne ich) erhöhte PFAS-Werte (PFAS ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien) im Grundwasser der Trinkwassergewinnung gemessen. Die Rückstände kamen aus unsachgemäß entsorgtem Löschschaum aus Feuerlöschern. Viele Willicher Bürger (darunter auch Thomas und ich) wussten bis vor wenigen Monaten davon nichts.
Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein oberer Grenzwert von 100 ng/l für diese Chemikalie. Und seit am 26. Januar 2026 eine Aktivkohlefiltrationsanlage in Betrieb genommen wurde, liegen die Werte stabil unter diesem Grenzwert. Aber was war in der Zwischenzeit? Phasenweise wurden wir von anderen Wasserversorgern bedient. Leider gab es lange keine transparente Berichterstattung, sodass wir als Bürger hätten entscheiden können, wie wir unsere eigene unbedenkliche Trinkwasserversorgung sicherstellen können.
Das ist nicht schön!
Sauberes Trinkwasser bitte!
Du kannst dir vorstellen, dass unsere Gesundheit zuallererst von der Qualität unseres Trinkwassers abhängt. Da unser Körper zum größten Teil aus Wasser besteht und sämtliche Körperfunktionen auf der Basis von Wasser geschehen, brauchen wir sauberes Trinkwasser. Jeden Tag!
Wenn du bis hierher gelesen hast, kannst du dir die Frage, ob ein gewisses Maß an Detox hilfreich sein könnte, schon selbst beantworten.
Aber wie machen wir das sinnvollerweise? Bei den vielen Giften, die überall drin stecken könnte man auch in Resignation verfallen. Wenn das ent-giften doch nur genauso einfach wäre wie das ver-giften. Wo fange ich an? Ist es klüger, täglich etwas zu tun oder einmal im Jahr radikal?
Hierzu ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass unser Körper alles dafür tut, uns gesund zu halten. Er ist unser wichtigstes Parameter für Heilungsprozesse und reinigt sich üblicherweise selbst von innen nach außen. Und genau da können wir ansetzen. Beobachte einmal ein paar Tage lang, was du so alles konsumierst. Beobachte, was du täglich isst und trinkst, welche Kosmetikprodukte du wie oft benutzt und gerne auch wie häufig du dich in geschlossenen Räumen oder an der frischen Luft bewegst. Wie viel bewegst du dich generell?
Und dann lege los damit, deinen Körper darin zu unterstützen, sich selbst von Giften und Abfällen zu reinigen. Am besten genauso permanent wie wir die Giftstoffe zu uns nehmen.
So mache ich es:
- Ich beginne jeden Tag mit einem großen Becher warmem Zitronenwasser. Mittlerweile trinke ich am Tag (neben viel klarem Wasser) auch zwischendurch noch ein bis zwei kleinere Becher Zitronenwasser.
- Als sehr hilfreich erlebe ich auch das Ölziehen. Dazu bewege ich einen Teelöffel Kokos- oder Sesamöl mehrere Minuten lang im geschlossenen Mund, ziehe das Öl kräftig durch die Zähne und spüle damit das Zahnfleisch. Auf diese Weise werden fettlösliche Gifte über die Mundschleimhaut ausgeleitet. Nach maximal 10 Minuten spucke ich das Öl in ein Papiertaschentuch und entsorge es über den Hausmüll.
- Wie ich zuvor bereits erwähnte, habe ich einen beträchtlichen Teil meiner Köperpflegeprodukte durch pure Sheabutter ersetzt.
- Gerne nutze ich die Fastenzeit für eine jährliche Reinigung. Das mache ich auf unterschiedliche Weise. Und erlebe es Jahr für Jahr als sehr heilsam. In früheren Jahren habe ich gerne Teekuren gemacht. In diesem Jahr nutzte ich ein Edelsteinwasser (Ozeanachat). Das wirkt auf jeden Fall ganzheitlich. Wenn du so etwas für dich in Betracht ziehst, solltest du dich vorher über die Wirkweisen der Steine gut informieren oder eine Beratung durch eine Fachperson einholen.
- Durch die gesamte Sommersaison hindurch macht es viel Sinn, stark wasserhaltiges Obst oder Gemüse wie beispielsweise Melonen oder Gurken zu essen. Diese hydrieren den Körper auf gute Weise. Sie enthalten neben einem hohen Wassergehalt auch notwendige Elektrolyte, Mineralstoffe und Vitamine.
- Da wir auch über die Lunge entgiften, ist es sehr dienlich, sich viel draußen an der (möglichst) frischen Luft aufzuhalten. Bewegung im Freien bei unterschiedlichen Temperaturen unterstützt die körpereigenen Abwehrfunktionen und hilft dem Körper, sich zu regulieren. Waldbaden soll Wunder wirken.
Hast du noch andere Ideen? Schreibe gerne in die Kommentare, welchen Detox du bevorzugst. Davon können möglicherweise auch andere Frauen profitieren.
Aber nicht nur unser Körper, auch die Erde selbst muss entgiften, bzw. durch uns bei ihren vielfältigen Entgiftungsprozessen unterstützt werden. …
Und so möchte ich noch einmal auf die riesige Plastikschwemme zurückkommen. In der Küche beispielsweise müssen weder ein Wasserkocher noch ein Pürierstab, noch irgendwelche Schneidebretter aus Kunststoff sein. Genau wie tausende andere Dinge auch. Plastikwasserflaschen zum Mitnehmen sind recht einfach durch leichte einwandige Edelstahlflaschen zu ersetzen. Das reduziert enorme Mengen Plastikmüll.
Am besten, du schaust dich einmal in Ruhe bei dir um und findest erst einmal eine kleine Sache, die leicht zu verändern ist. Und wenn sich das etabliert hat, dann schaue weiter. Das tut deinem Körper und der Erde gut und macht – so ist meine Erfahrung – sukzessive ein besseres Lebensgefühl.
Wie bei den meisten Dingen muss nicht alles am selben Tag geschafft sein. Mache einfach heute den ersten Schritt.
In diesem Sinne …
Alles Liebe …
Deine Daniela