
Selbstoptimierung – Der schmale Pfad zwischen Entwicklung und Selbstoptimierung
Selbstoptimierung – Der schmale Pfad zwischen persönlicher Entwicklung und gezielter Selbstoptimierung.
Passiert es dir auch manchmal, dass du etwas über das tolle Leben und die vielen guten Erfahrungen anderer liest und plötzlich den Eindruck bekommst, dass du nicht genug an dir gearbeitet hast? Du hast es eine Weile schleifen lassen. Und das hast du jetzt davon! Du fühlst dich, als ob du nicht genug wärst, als ob du nichts vorzuweisen hättest, irgendwie vom Leben abgehängt.
Dabei achtest du so gut auf dich.
Du ernährst dich gesund, hast grundsätzlich Freude an dem, was du tust, lebst in einer liebevollen Beziehung und lässt es halt gerne langsam angehen. Auch die Kinder sind gut geraten.
Im Vergleich zu anderen Frauen schneidest du aber irgendwie schlecht ab. Es fehlt etwas. Auf allen Ebenen. Auch körperlich ist gerade nicht viel los. Du hast weiche Winkearme und die Schultern hängen. Vielleicht solltest du neben dem Yogakurs auch noch ins Fitness-Center gehen. Oder regelmäßig schwimmen. Das wirkt einem zu rasanten Muskelabbau entgegen. Ab fünfzig erhält sich das alles nicht mehr von selbst.
Selbstoptimierung – Warum sind die Anderen so erfolgreich?
Und dein Business? Könnte besser laufen…
Warum sind die Anderen so erfolgreich? Die haben bestimmt alle so einen hölleteuren Kurs besucht. So einen für mehrere tausend Euro, der dir genau sagt, wie Erfolg geht. Dafür bist du zu knausrig. Ob du den vielleicht doch auch buchen solltest?
Allein der Gedanke löst im Körper bereits erste Stressreaktionen aus.
Wir alle wollen weiter. Wir wollen in Bewegung bleiben, uns entwickeln. Wir Menschen sind Werdende auf diesem Planeten. Leider wurden bezüglich messbarer Erfolge gesellschaftliche Maßstäbe angelegt, die sich selbst permanent durch höhere Geschwindigkeit und größere Perfektion aushebeln. Dadurch ist vielen Menschen das richtige Maß für die eigene gesunde Entwicklung abhandengekommen.
Da herrscht – unabhängig davon, wieviel du tust – der unerbittliche Gedanke: Es sollte mehr sein!
Wohin uns das treibt, wissen wir alle. Doch darum geht es in diesem Artikel nicht.
Wenn wir einmal genauer hinschauen, werden wir erkennen, dass wir für unsere persönliche Entwicklung eigentlich nicht allzu viel tun müssen. Die große Kunst liegt darin, diese Entwicklung nicht zu verhindern. Sie nicht zu blockieren. Unser Widerstand gegen alles Mögliche, was uns das Leben an Wachstumsmöglichkeiten beschert, ist der größte Bremsklotz und die schlimmste Fußfessel auf unserem Weg.
Was macht das Leben mit uns?
Jeden Tag bietet das Leben uns vielfältige Möglichkeiten, unsere persönliche Entwicklung zu unterstützen. Es stellt Aufgaben und legt uns Hindernisse in den Weg. Warum tut es das? Damit wir uns anhand dieser Widrigkeiten weiterentwickeln können. Damit wir wachsen und werden können. Diese Aufgaben und Hindernisse erleben wir allerdings meistens als Stress, finden sie lästig und gehen prompt in den Widerstand. Scheinbar verhindern diese Dinge unser Vorankommen. Zumindest unser Verständnis vom Vorankommen. Alles sollte bitteschön ein bisschen reibungsloser funktionieren. Dann kämen wir auch endlich zu was.
Wir trauen dem Leben nicht zu, uns Lehrer zu sein. Stattdessen, denken wir uns aus, was wir noch tun könnten, um uns zu optimieren. Wir wollen fit bleiben, nutzen dafür das Fitness-Studio, fahren aber mit dem Auto hin anstatt mit dem Fahrrad. Wir wollen uns gesund ernähren, das Kochen erleben wir allerdings als lästig. Zum Glück gibt es den Lieferservice. Da gibt es doch bestimmt auch was Gesundes. Wir wissen um die Zusammenhänge zwischen Klimaerwärmung und Naturschutz, versiegeln jedoch die Flächen um unser Haus.
Finde den Fehler.
Warum sind wir so skeptisch dem Leben selbst gegenüber? Es wäre so einfach, uns etwas mehr für das Spiel des Lebens verfügbar zu halten. Warum fällt es uns so schwer, darauf zu vertrauen, dass alles für uns richtig kommen wird? Immer wieder sind wir im Widerstand mit dem, was gerade ist. Dabei kann es durchaus Lust und Freude bereiten, Umwege und Hindernisse nach unseren Möglichkeiten zu bewältigen. Das fördert die kreative Intelligenz und unsere Entwicklung ganz von selbst und lässt uns reifen.
Selbstoptimierung – Der feine Unterschied zwischen persönlicher Entwicklung und gezielter Selbstoptimierung
Ein klarer Unterschied zwischen persönlicher Entwicklung und Selbstoptimierung ist, dass Entwicklung mehr geschieht als dass wir sie machen. Wir können sie beobachten und erleben. Unser Verstand kann sie dokumentieren. Vor allem können wir sie zulassen.
Wenn wir allzu sehr ins „Machen“ kommen, liegt die Gefahr nahe, dass wir uns nach einem selbstgeschaffenen (oder gesellschaftlich indoktrinierten) Bild zurechtbiegen wollen. Uns optimieren, uns perfektionieren. Und dann ist immer irgendwas nicht richtig. Dann gibt es immer noch irgendwas zum (selbst-) verbessern. Dann wird es mühevoll. Das ewige an uns selbst „Herum-verbessern“ erzeugt auf Dauer ein hohes Maß an Stress.
Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es das perfekte Selbst nicht geben kann. Unter Umständen rennen wir ein Leben lang einem Bild hinterher, welches wir nie erreichen können, weil es mit unserer Realität nichts zu tun hat.
Persönliche Entwicklung verläuft üblicherweise organischer. Vielleicht erkennen wir an irgendeinem Punkt, dass es so, wie es bisher war, nicht weitergehen kann. In diesem Fall macht es Sinn, zu ermitteln, was genau uns unzufrieden macht, wovon es in unserem Leben zu wenig und wovon es zu viel gibt. Welche alten Glaubenssätze kann ich getrost loslassen? Verfügen wir über eine stabile Selbstverbindung, so fällt es leichter, das eine vom anderen zu unterscheiden. Präsenz ist eine wichtige Grundlage für eine gute Unterscheidungskraft.
Alles zu seiner Zeit
Gestehen wir uns unsere individuelle Entwicklung zu, so gestehen wir uns selbst zu, dass alles zu seiner Zeit kommen darf. Wir werden nichts verpassen und müssen nichts erzwingen. Dann fällt es auch leichter, anderen ihre persönliche Entwicklung zuzugestehen.
Das permanente Vergleichen hört auf und damit darf endlich der Stress des ewigen Wettbewerbs von uns abfallen. Niemand ist dem anderen gleich. Wir wissen das, tun aber so, als ob wir alle die gleichen Ziele zur gleichen Zeit erreichen müssten. Das startet unmittelbar mit der Geburt und der derzeitige große Longevity (Langlebigkeit) – Trend sorgt dafür, dass es bis zum Ende so weiter geht. Wie verrückt sind wir eigentlich?
Was kannst du also tun, damit deine individuelle Entwicklung nicht in Stress und Leistungsdruck endet?
Selbstoptimierung oder persönliche Entwicklung? – Sei dein eigener Parameter
Sei dein eigener Parameter, wenn es um deine persönliche Entwicklung geht. Sorge dafür, dass du dir täglich Gelegenheit(en) schaffst, mit dir selbst in eine tiefere Verbindung zu kommen. Das geht wunderbar über den Atem. Da reicht es, mehrmals täglich ein paar bewusste Atemzüge zu nehmen. Das entschleunigt sofort und bringt dich in eine spürbare Präsenz. Achte auch darauf, dass das Leben eine gewisse Mühelosigkeit behält. Gewähre ihm zumindest ein Mitspracherecht. Wird es stressig, weil du die vielen ToDo´s zur Selbstverbesserung zeitlich und mental nicht mehr bewältigt bekommst, so specke ab. Weniger ist mehr.
Überprüfe von Zeit zu Zeit deine innere Haltung zu dir selbst. Bist du zufrieden mit dir? Mit dem, was du leistest und was du nicht leistest? Herrscht da eine Balance? Balance zwischen Tun und Sein, zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen äußeren Kontakten und Alleinsein?
Wenn du kannst, dann lasse das Leben sein Werk an dir verrichten… meist hat es die besseren Pläne…
In diesem Sinne …
Alles Liebe …
Deine Daniela
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