Wir werden erst dann die Fülle des Lebens begreifen, wenn wir es gelernt haben, das Sterben und den Tod auszuhalten und zu erleben. Jeder und jede einzelne von uns.
Das Leben ist.
Wir können es weder kontrollieren, noch es nach unseren Bedürfnissen zurechtbiegen.
Aber wir dürfen uns vom Leben treiben lassen. Oder besser gesagt: es sein Spiel mit uns treiben lassen, in dem festen Vertrauen, dass das Leben es gut mit uns meint.
Aus dem Paradies gefallen.
Wir sind aus dem Paradies gefallen. Wir straucheln und haben uns verirrt in dem, was wir Leben nennen.
Schon der Gedanke, dass das Paradies irgendwo außerhalb meiner Selbst liegt, ist ein großer Irrtum.
Ich muss es nicht verstehen!
Das Leben und seine Interaktionen sind viel zu komplex, als dass wir sie in ihrem vollen Umfang begreifen könnten.
Wenn es uns gelingt, uns im „Nicht-Wissen“ komfortabel zu machen, kann dies ein Schlüssel zu großem inneren Frieden sein.
Kann ich meinen persönlichen Status Quo noch halten?
Vor über zehn Jahren bin ich aus dem Leben gefallen.
Die Erkenntnis, dass ich meinen bisherigen persönlichen Status Quo nicht mehr würde aufrecht halten können, war unendlich schwer zu akzeptieren. Ich stand plötzlich an meinem persönlichen Nullpunkt!
Mach mal Pause.
Pausen sind die Voraussetzung, um überhaupt leistungsfähig zu sein. Sie gehören untrennbar zur Leistungserbringung dazu.
Durch Sprüche wie „Mach voran“, „Beeil dich“ oder „Hör auf zu träumen“ geht uns das Gespür für den Wert von Müßiggang und Pausen verloren.
Alles nur geliehen.
Es ist alles nur geliehen. Wonach trachten wir also? Wir kommen mit leeren Händen und werden, wenn wir gehen, alles zurücklassen, was wir nicht sind. Es wird uns alles genommen werden, was wir bis dahin an Gütern angehäuft haben. Wie kommen wir unter diesen Umständen darauf, dass uns irgendwas „gehört“?
Tod und Auferstehung.
In unserer Gesellschaft findet das Sterben immer noch in erster Linie hinter verschlossenen Türen, auf Kinoleinwänden oder in den Nachrichten statt.
Und solange die Auferstehung eine Frage des Glaubens ist, wird die Angst vor dem Tod stets das Heft in der Hand behalten.
Das große Bedauern.
Manchmal kommt es wie aus dem Nichts. Gerade war noch alles gut und jetzt spüre ich die vertraute Last, die sich auf meine Seele legt.
Was hat es diesmal ausgelöst?
Ein bestimmter Geruch? Ein Bild? Eine Musik?
Auf meine Weise.
Wie alle Menschen trägst auch du deine individuelle Geschichte wie einen Fingerabdruck mit dir.
Und wie kann ich etwas auf meine Weise machen, wenn ich gar nicht weiß, was meine Weise ist?
Oft kommt es anders als du denkst. Wenn uns das Leben dazwischen funkt.
Wir bilden uns ein, dass wir unser Leben „im Griff“ hätten. Das funktioniert allerdings nur so lange, wie die unvorhergesehenen Einschübe des Lebens sich immer noch einigermaßen in unseren kopfgesteuerten Alltag integrieren lassen und unsere Emotionen nicht zu stark belasten.
Ich hätte es gerne etwas anders. Oft sind es Kleinigkeiten, die uns in einen Zustand der Unzufriedenheit bringen.
Ich weiß ganz genau, dass mich die Haltung, es immer ein bisschen anderes haben zu wollen, als es ist, auf Dauer unzufrieden macht.