
Tief in mir – Unser lebendiger Kern hat andere Bedürfnisse
Tief in mir – Wenn wir am Leben vorbei leben.
Wir lenken uns ab.
Permanent und auf jede erdenkliche Weise.
Die Methoden und Systeme, mit denen wir uns ablenken können, werden immer ausgeklügelter. Immer vielfältigere Möglichkeiten sorgen dafür, dass wir uns beispielsweise bei trüber Stimmung nicht lange trübe fühlen müssen.
Unser handlicher Perma-Computer, den wir ständig dabei haben, verschafft uns den Luxus, dass wir uns (fast) an jedem Ort und zu jeder Zeit aus einer unkomfortablen Stimmung augenblicklich herausbefördern können. Zumindest solange der Akku reicht und unser Körper gegen die Dauerberieselung noch nicht rebelliert. Das konnte keine Generation vor uns in dieser Perfektion.
Tief in mir – wir halten uns für wichtig!
Eine Zeitlang schweben wir auf diese Weise durch die Zeit, halten uns für wichtig und vielleicht auch für unverwundbar. Beides ist ein Trugschluss. Eine Fehlannahme, die irgendwann, sofern man ihr aufläuft, erbarmungslos ihren Tribut fordert.
Werden wir älter, kann es passieren, dass sich das alles überhaupt nicht mehr gut anfühlt. Übrigens geschieht das auch zunehmend bei jüngeren Menschen. Der Beigeschmack des Scrollens erinnert dann vielleicht an den Verzehr von überreifem Obst oder abgelaufenem Schmierkäse. Erliegen wir trotzdem der Versuchung und verbringen ein paar Stunden am Handy oder Laptop liegt uns das anschließend schwer im Magen.
Ich kenne das!
Aber warum ist das so?
Um dem auf die Spur zu kommen, möchte ich erst einmal beschreiben, welche unserer Bedürfnisse durch das Scrollen und Surfen im Internet eigentlich erfüllt werden.
Welche unserer Bedürfnisse befriedigen wir eigentlich?
Diesbezüglich ist die Befriedigung unserer Neugier ganz weit vorne. Die Jagd nach etwas, was ich bis jetzt noch nicht wusste, treibt mich an und lässt nicht zu, dass ich aufhöre, bevor ich nicht eine echte Schlagzeile gefunden habe, die mich in einen Wissensvorsprung anderen gegenüber bringt. Und das kann dauern!
Natürlich gehe ich beim Scrollen auch meinen persönlichen Interessen nach. Allerdings klappt das meistens nicht sehr lange, weil mich irgendeine Schlagzeile, die mit dem, was ich ursprünglich wollte, nichts mehr zu tun hat. Ein echter Aufmacher, den ich wirklich spannend finde. Darum gehe ich ihm natürlich nach.
Naja, und dann ist da noch die eingangs erwähnte Langeweile, die ich unter Umständen als vertane Zeit einordne. Da schaue ich doch lieber noch einmal kurz (?) ins Handy. Doch was passiert dabei tief in mir?
Kommt jetzt die Frage, warum sich das alles irgendwann nicht mehr gut anfühlt. Und ich nehme an, dass dieser Zeitpunkt bei jedem Menschen über kurz oder lang kommt. Warum fühle ich mich auf einmal nach einer umfangreichen Internetrecherche körperlich erschöpft, obwohl ich mich keinen Meter bewegt habe?
Ich behaupte: Weil tief in uns ein lebendiger Kern ist, der etwas anderes braucht.
Tief in mir – Unser innerer Kern ist nicht digital
Dieser innere Kern ist nicht digital! Dieser Kern resoniert nicht mit Bits und Bites. Er hat andere Bedürfnisse als das Befriedigen von Neugier und das Vermeiden von Langeweile. Der lebendige innere Kern sehnt sich nach anderen lebendigen inneren Kernen. Er hat jedoch Mühe, welche zu finden, weil wir alle so sehr damit beschäftigt sind, die oberflächlichen Bedürfnisse unmittelbar zu erfüllen und somit nicht dazu kommen, unserem eigenen inneren Kern einmal wirklich zuzuhören. Unserer Inneren Landschaft einmal unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken, ist kaum noch vorgesehen.
Unser tiefes inneres Wesen hat jedoch existenzielle Bedürfnisse. Es sehnt sich nach dem tiefen inneren Wesen anderer Menschen. Was geben wir ihm stattdessen?
Bilder! Und Schlagzeilen. Wir wollen es mit Bildern füttern. Bilder und Schlagzeilen von anderen Menschen. Oder von Tieren. Eigentlich von allem, was man so üblicherweise auf Bildern festhalten kann. Jedoch lässt sich unser inneres Wesen damit nicht unbegrenzt abspeisen. Es möchte etwas anderes. Und vor allem braucht es etwas anderes.
Warum ist Waldbaden eigentlich so gesund?
Unser inneres Wesen korrespondiert vor allem mit der Natur. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum zum Beispiel Waldbaden so heilsam ist? Weil auch Bäume einen Wesenskern haben. Hier im Wald kann wirkliche Verbindung gelingen. Im Wald gibt es Wesen in Hülle und Fülle. In unseren heimischen Wäldern findest du viele Arten Vögel, Eichhörnchen, Füchse, in einigen Regionen gibt es Wildschweine oder sogar Wölfe. Ganz abgesehen von den Zigmillionen Kleinstlebewesen im Waldboden. Der natürliche Anteil in uns, der enorm stark ist, nährt sich aus diesen Verbindungen. (Infos zu Waldbaden)
In erster Linie nährt sich unser innerer Kern allerdings aus den Verbindungen zu anderen Menschen.
Als soziale Wesen sind wir auf ein wohlwollendes Miteinander angewiesen.
Das Leben selbst und unsere Vorstellung davon, wie es zu sein hat, klaffen weit auseinander. Diese beiden kollidieren in uns. Wir hätten es gerne „geregelt“, vielleicht auch steril. Wir möchten kontrollieren! Das Leben aber lässt sich nicht kontrollieren. Und es lässt nicht locker, wenn wir uns zu lange nicht mit anderen natürlichen Wesen verbunden haben. Wenn die wichtigsten Bedürfnisse zu lange unbemerkt bleiben, fängt es in uns an, zu rebellieren.
Zyklen, Rhythmen und Polaritäten
Unser Körper unterliegt, wie alles in der Natur bestimmten Zyklen, Rhythmen und Polaritäten. Allerdings tun wir gerne so, als ob das alles Quatsch wäre. Schwingungen? Frequenzen? ? Hör auf! Die gibt es doch höchstens im Radio.
Wir möchten bitteschön an jedem Tag, zu jeder Jahreszeit gleichermaßen leistungsfähig sein. Und das zunehmend digital. Allerdings sind wir nicht immer gleichermaßen leistungsstark. Spätestens, wenn wir älter werden merken wir das. Besonders sensitive Menschen spüren das schon viel früher. Und sie leiden darunter, dass sie ihre eigenen Ansprüche, die häufig gesellschaftlich vorgegeben sind, nicht erfüllen können. Dabei ist es ihr natürlicher Körper, ihr tiefer natürlicher Wesenskern, der ihnen mitteilt, dass er sich vernachlässigt fühlt. Dass er mehr braucht als das, was wir ihm anbieten oder etwas anderes. Dass er in seiner Gesamtheit wahrgenommen werden möchte, nicht ausschließlich in Fragmenten.
Da schreit jemand in uns nach Hilfe!
Tief in mir – Die mächtigen Kräfte
Die Kräfte, die tief in uns verborgen sind, von denen viele Menschen wie abgeschnitten sind, sind stark und mächtig. Das kann Angst machen, wenn diese Vitalkräfte anfangen, sich gegen unsere lieblose Behandlung zu wehren. Wenn sie anfangen, lebendig zu werden. Es sind göttliche Kräfte, mit denen wir es in unserer Tiefe zu tun haben. In den paulinischen Briefen kommt es an unterschiedlichen Stellen vor, dass wir Menschen als „Tempel Gottes“ beschrieben werden. Was soll das anderes bedeuten, als dass Gott in uns lebendig ist? Wir selbst wären nicht lebendig, wenn das anders wäre. Wie vermessen ist es, zu denken, dass wir aus uns selbst heraus lebendig sein könnten?
Also! Warum kämpfen wir gegen diese innewohnenden Kräfte so sehr an? Dieser Kampf ist aussichtslos! Er ist es, der uns aufreibt. Im Grunde sind die kraftvollen inneren Regungen der Schlüssel zu einem Leben in Fülle. Sie können uns helfen, den Weg zurück zu uns selbst zu finden. Wir können durch sie ganz in unsere Kraft kommen. Nun liegt es an uns, zu entscheiden, ob wir im Widerstand bleiben oder uns mit diesen Einflüssen verbinden. Ob wir gegen sie kämpfen oder uns ihnen hingeben mögen.
Haben wir einmal Kontakt aufgenommen zu unserem inneren Wesenskern und lernen wir einen Umgang mit den von dort ausgehenden Kräften, so kann uns das den Weg weisen. Wer einmal eingetaucht ist in die innere kraftvolle Fülle, den wird nichts anderes mehr zufriedenstellen, außer tiefer dort hineinzugehen, darin gefestigt zu sein und fortan aus dieser Verbindung heraus in der Welt zu agieren.
In diesem Sinne …
Alles Liebe …
Deine Daniela